Die Geschichte der Orgel im Orgelbaumuseum
Die Dauerausstellung führt Sie durch sämtliche Epochen der Orgelgeschichte, die vor über 2200 Jahren in Alexandria ihren Anfang nahm. Geschichte für die Ohren – ein einmaliges Erlebnis! Das Museum hat sich zum Ziel gesetzt, alle gezeigten Orgeln spielbar zu machen.
Blockwerkorgeln aus dem Hochmittelalter sind nur durch Beschreibungen überliefert. Für das Orgelbaumuseum wurde eine solche romanische Orgel rekonstruiert. Die auf ihr gespielte einstimmige Musik begleitete und ergänzte die gregorianischen Choräle der Mönche. Die älteste im Original erhaltene Blockwerkorgel stammt von der Insel Gotland, etwa aus dem Jahr 1350. Spielbar ist dieses alte Instrument leider nicht mehr – der für das Orgelbaumuseum angefertigte weltweit einmalige Nachbau vermittelt erstmals einen Klangeindruck. Manual und Pedal erlauben bei dieser Orgel bereits mehrstimmige Musikstücke, die oft sehr rhythmisch waren.
Romanische Blockwerk-Orgel
Guido von Arezzo: Ut queant laxis, um 1045
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Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gewannen andere Instrumente – vor allem das Pianoforte – an Bedeutung. Zu groß und mächtig schienen dem Biedermeier die Orgelklänge. Doch nationale Bewegungen verlangten bald erneut nach einem großen, orchestralen Klang der Orgel. Es entstanden gewaltige Instrumente, die nicht mehr mechanisch, sondern pneumatisch, also mit Luftdruck gesteuert wurden. Auch eine solche pneumatische Orgel von 1913 steht im Ostheimer Orgelbaumuseum. Sie bildet das Gegenstück zu einer schlichten Hausorgel von 1940, in der sich die bewusste Abkehr von den romantischen Großorgeln zeigt.
Mit einem originalen Orgelpositiv des berühmten Nürnberger Orgelbauers Nikolaus Manderscheidt von 1646 ist das Orgelbaumuseum in der Lage, ein erstklassiges Instrument aus der Blütezeit des europäischen Orgelbaus zu zeigen. Dabei handelt es sich um eine kleinformatige kunstvolle Hausorgel. Ähnliche Instrumente wurden auch im Hoch- und Spätbarock hergestellt und fanden in gutsituierten Privathäusern Verwendung. Während die gewaltigen Kirchenorgeln des Barock, für die Johann Sebastian Bach seine Werke komponierte, noch vielerorts – natürlich auch in Ostheim – erhalten sind, sind Hausorgeln meist zerstört. Die Sammlung im Orgelbaumuseum mit Beispielen aus Deutschland, der Schweiz und Italien ist daher von großer Bedeutung.
Orgelpositiv von Nikolaus Manderscheidt
Johann Pachelbel: Ciacona in C-Dur, 1699
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